Durchflussmesser

-Durchflussmessung/-überwachung mit Paddel-/Klappen-Durchflussmessern-


Fachinformationen über Durchflussmesser

durchfluss.info ist eine unabhängige Fachseite über Durchflussmesser und Durchflussmesstechnik. Sie erklärt die wichtigsten Messprinzipien, Bauformen und Anwendungen von Durchflussmessgeräten und zeigt, wie sich die verschiedenen Verfahren hinsichtlich Messgenauigkeit, Einsatzbereich und Einbaubedingungen unterscheiden.

Behandelt werden unter anderem Vortex-, Ovalrad-,Turbinen-, Flügelrad-Durchflussmesser u.A.. Neben der Funktionsweise werden auch typische Messfehler und Fehlerursachen sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile der Messverfahren beschrieben. Die Informationen sollen die Auswahl, Dimensionierung und den fachgerechten Einsatz von Durchflussmessern unterstützen.

Die Fachinformationen basieren auf langjähriger praktischer Erfahrung in der Mess- und Regeltechnik und verbinden technische Grundlagen mit praxisbezogenen Erläuterungen.

Autor und fachlich Verantwortlicher:
Dipl.-Ing. Harald Peters
Fachautor für Durchflussmesstechnik

Werkzeuge und Rechner

Lieferanten

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Durchflusswächter /-messer nach dem Paddel-/ Klappen Prinzip - Messprinzip, Einsatzbereich und Auswahl

Durchflusswächter /-messer nach dem Paddel-/Klappen Prinzip werden überwiegend zur Überwachung von Flüssigkeits- und Gasströmungen eingesetzt.
Je nach Bauform werden sie auch als Paddelschalter, Prallscheiben-Strömungswächter, Stauscheiben-Durchflusswächter, Windfahnenschalter oder Stauklappen-Durchflussmesser bezeichnet.
Das gemeinsame Prinzip beruht auf der Auslenkung eines mechanischen Körpers durch die Strömungskraft des Mediums.
Die Strömung trifft auf ein Paddel, eine Prallscheibe, Klappe oder Stauscheibe und erzeugt dabei eine Kraft. Diese Kraft bewegt das Messelement gegen eine Gegenkraft, beispielsweise eine Feder, Blattfeder, einen Faltenbalg oder ein Magnetsystem.
Aus der Bewegung kann entweder ein Schaltsignal zur Durchflussüberwachung erzeugt oder die Auslenkung zur Anzeige bzw. Messung des Durchflusses verwendet werden.

Funktionsprinzip eines Paddel-/Prallscheiben-Durchflusswächters

Paddel und Prallscheibe unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Bauform und die Art der Anströmung.
Ein Paddel hat oft eine längliche Form. Die Prallscheibe ist eine kompakter Scheibe oder Platte.
Beide nutzen die durch die Strömung erzeugte Kraft zur Auslenkung eines mechanischen Messelements.
Das grundlegende Messprinzip eines Paddel-Prallscheibenschalters ist einfach erklärt.
Sobald ein Medium durch eine Rohrleitung strömt, trifft die Strömung auf das im Rohr befindliche Paddel / Prallscheibe.
Ab einer bestimmten Strömungsgeschwindigkeit entsteht eine ausreichend große Strömungskraft bzw. Staudruck, um das Paddel / Prallscheibe auszulenken.
Die Auslenkung wirkt gegen eine Rückstellkraft. Diese kann beispielsweise durch eine Feder, Blattfeder, einen Faltenbalg oder durch entgegengesetzt wirkende Magnete erzeugt werden.
Mit zunehmender Strömungsgeschwindigkeit nimmt die auf das Paddel wirkende Kraft zu. Dadurch wird das Paddel stärker ausgelenkt.
Wird die erforderliche Auslenkung erreicht, betätigt der Mechanismus einen elektrischen Kontakt.
Der Durchflusswächter signalisiert:
„Durchfluss vorhanden“ oder „kein Durchfluss“
Der Schaltpunkt kann je nach Bauart durch die Änderung der Vorspannung einer Feder, durch Verschieben des Kontaktes oder eine Einstellung an einer aufgebrachten Skala verändert werden.
Bei Paddelschaltern wird der Schaltpunkt oft durch kundenseitige Anpassung der Paddel an die Anlagenbedingungen angepasst.
Wichtig ist dabei, dass der Schaltpunkt nicht ausschließlich von der Strömungsgeschwindigkeit abhängt.
Auch Rohrdurchmesser, Paddelgröße, Medium, Dichte, Einbausituation und mechanische Rückstellkraft beeinflussen das Verhalten des Durchflusswächters.

Wie wird die Auslenkung des Paddels auf den Kontakt übertragen?

Vorteile:

Funktionsprinzip eines Prallscheiben-Durchflussmessers

Während ein Paddel-Durchflusswächter in der Regel zur Überwachung eines einzelnen Schaltpunktes eingesetzt wird, lässt sich das gleiche mechanische Grundprinzip auch für die kontinuierliche Durchflussmessung nutzen.
Im Strömungsweg befindet sich eine beweglich gelagerte >Prallscheibe. Die Strömungskraft des Mediums wirkt auf die Prallscheibe und bewegt sie abhängig vom vorhandenen Durchfluss. Diese Bewegung wird über einen Waagebalken auf ein mechanisches Zeigermesswerk übertragen.
Die Stellung des Zeigers entspricht dabei der Auslenkung der Prallscheibe. Auf einer kalibrierten Skala kann der aktuelle Durchfluss direkt abgelesen werden. Mit zunehmender Strömungskraft wird die Prallscheibe stärker ausgelenkt, sodass der Zeiger einen entsprechend höheren Durchfluss anzeigt.
Die Abdichtung zwischen dem Messmechanismus und dem Medium erfolgt häufig über einen Faltenbalg. Dieser verhindert den Austritt des Mediums und kann gleichzeitig als Rückstellelement für die Prallscheibe dienen. Zur Feinkalibrierung ist der Waagebalken mit einer verstellbaren Feder verbunden. Zusammen mit der Strömungskraft bestimmt die Rückstellkraft des Faltenbalgs und der Kalibrierfeder die Auslenkung des Messelements.
Bei modernen Prallscheiben-Durchflussmessern kann die mechanische Bewegung auch berührungslos erfasst werden. Dazu wird beispielsweise ein Magnet mit einem Hallsensor kombiniert. Die Bewegung der Prallscheibe beziehungsweise des damit verbundenen Messsystems wird dabei in ein elektrisches Signal umgewandelt.
Das Sensorsignal kann zur elektronischen Durchflussanzeige, zur Überwachung oder zur Weiterverarbeitung in einer Steuerung verwendet werden. Zusätzlich kann ein einstellbarer Mikroschalter zur Überwachung eines frei wählbaren Durchfluss-Grenzwertes eingesetzt werden. Damit lassen sich Durchflussmessung und Durchflussüberwachung in einem Gerät kombinieren.
Für die Montage stehen unterschiedliche Anschlussvarianten zur Verfügung. Neben Ausführungen mit einem Fitting mit Gewinde- oder Flanschanschluss gibt es auch Prallscheiben-Durchflussmesser mit Aufschweißflansch. Diese Bauform ermöglicht die Installation der Geräte auch an Rohrleitungen mit großen Nennweiten.

Vorteile

Funktionsprinzip eines Klappen-Durchflussmessers

Ein Klappen-Durchflussmesser arbeitet nach dem Prinzip der strömungsabhängigen Auslenkung einer beweglich gelagerten Klappe. Die Klappe befindet sich direkt im Strömungsweg und ist auf einer drehbar gelagerten Achse befestigt.
Je nach Hersteller und Ausführung kann die Klappe unterschiedliche Formen besitzen, beispielsweise eine halbkreisförmige oder birnenförmige, strömungsoptimierte Geometrie. Die Achse der Klappe ist je nach Bauart in einem Gleitlager, Kugellager oder Tonnenlager gelagert. Bei bestimmten Ausführungen kann die Achse zusätzlich mit einem Simmerring abgedichtet sein.

So funktioniert der Klappen-Durchflussmesser

Die Strömung des Mediums übt eine Kraft auf die Klappe aus. Dadurch wird die Klappe gegen die Kraft einer Torsionsfeder aus ihrer Ausgangsstellung ausgelenkt. Mit zunehmendem Durchfluss steigt die auf die Klappe wirkende Strömungskraft und verändert deren Winkelstellung.
Die jeweilige Winkelstellung der Klappe entspricht dabei dem Durchfluss. Die Drehbewegung der Achse wird über eine berührungslose Magnetkupplung durch die Gehäusewand in das Anzeigegehäuse übertragen.
Im Anzeigegehäuse bewegt die Magnetkupplung ein Zeigerwerk. Der aktuelle Durchfluss kann dadurch direkt auf einer Skala abgelesen werden.
Optional lässt sich ein Klappen-Durchflussmesser mit zusätzlichen Grenzkontakten oder Transmittern ausstatten. Damit kann der Durchfluss überwacht oder das Messsignal zur Fernübertragung und Weiterverarbeitung an eine übergeordnete Steuerung übertragen werden.

Unterschied zum klassischen Paddelschalter

Das Funktionsprinzip eines Klappen-Durchflussmessers unterscheidet sich konstruktiv vom klassischen Paddelschalter. Während ein Paddelschalter in der Regel zur Erfassung eines bestimmten Schaltpunktes eingesetzt wird, ermöglicht der Klappen-Durchflussmesser eine kontinuierliche Anzeige des Durchflusses.
Beiden Prinzipien gemeinsam ist die Auslenkung eines beweglichen Körpers durch die Strömung des Mediums.

Vorteile eines Klappen-Durchflussmessers

  • Keine zusätzliche Hilfsenergie für die mechanische Durchflussanzeige erforderlich
  • Anzeige des Durchflusses über eine Skala
  • Geeignet für die Durchflussmessung von verschmutzten Medien
    beispielsweise Abwasser
  • Robuste mechanische Konstruktion

Typenübersicht

Typ
Funktion
Hersteller
KFS
Messer/Wächter
A.Kirchner & Tochter GmbH
TSK
Messer/Wächter
Heinrichs Messtechnik GmbH
PS, PSR, PPS, LPS
Wächter
Kobold Messring GmbH
DP, DK
Messer/Wächter
PKP Porzessmesstechnik GmbH
UB, UM, UR
Wächter
Senseca Germany GmbH
VH, VK
Messer/Wächter
SIKA Dr. Siebert & Kühn GmbH & Co. KG
Hinweis zur Autorenschaft
Alle auf durchfluss.info veröffentlichten Fachartikel mit Namensnennung wurden von Harald Peters persönlich erstellt oder fachlich geprüft.
Autor dieses Artikels:
Harald Peters – Fachautor für Durchflussmesstechnik.
Letzte Aktualisierung der Seite: 2026