Durchflussmesser

-Wissenswertes über die Durchflussmessung mit kalorimetrischen Durchflussmessern-


Über die Seite

Diese Informationsseite bietet einen Überblick über verschiedene Messprinzipien zur Durchflussmessung und erklärt die unterschiedlichen Verfahren einfach und verständlich. Die Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und meinem technischen Wissen. Trotz sorgfältiger Prüfung kann keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit aller Angaben übernommen werden.
Hinweise, Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge sind jederzeit willkommen.
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Dipl.-Ing. Harald Peters

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Kalorimetrische Durchflussmesser – Messprinzip, Einsatzgebiete und Auswahl

Ein kalorimetrischer Durchflussmesser bzw. kalorimetrischer Durchflusswächter ist ein Messgerät zur Messung oder Überwachung des Durchflusses von Flüssigkeiten und Gasen. Das Messprinzip kalorimetrischer Durchflussmesser basiert auf der Wärmeübertragung zwischen einem beheizten Sensor und dem strömenden Medium.

Dabei wird ein Sensor im Messrohr oder in der Rohrleitung gezielt erwärmt. Das vorbeiströmende Medium führt die Wärme vom Sensor ab und kühlt ihn dadurch ab.
Je größer der Durchfluss ist, desto mehr Wärme wird vom strömenden Medium abgeführt.
Die dadurch entstehende Abkühlung bzw. die zur Aufrechterhaltung einer definierten Temperatur erforderliche Heizleistung dient als Maß für den Durchfluss.

Das kalorimetrische Messverfahren kann je nach Aufbau und Anwendung in verschiedene Verfahren und Geräteklassen unterteilt werden:

Die Geräte haben keine beweglichen Teile im Messrohr und zeichnen sich durch eine hohe Zuverlässigkeit und einen geringen Wartungsaufwand aus.

Messprinzip eines kalorimetrischen Durchflussmessers

Das Messprinzip eines kalorimetrischen Durchflussmessers basiert auf der Wärmeübertragung zwischen einem beheizten Sensor und dem vorbeiströmenden Medium.
Die thermische Durchflussmessung nutzt dabei die physikalische Eigenschaft, dass ein Körper mit einer höheren Temperatur Wärme an seine kältere Umgebung abgibt. Bei einem strömenden Medium wird die vom Sensor abgegebene Wärme durch die Strömung abtransportiert.

Die Wärmeabgabe eines beheizten Sensors hängt unter anderem von der Temperaturdifferenz zwischen Sensor und Medium, den thermischen Eigenschaften des Mediums und der Strömung ab. Mit zunehmendem Durchfluss wird mehr Wärme vom Sensor abgeführt.
Dieser Zusammenhang wird von der Auswerteelektronik erfasst und zur Bestimmung oder Überwachung des Durchflusses genutzt.

Das Grundprinzip der kalorimetrischen und thermischen Durchflussmessung lässt sich vereinfacht in drei Schritten erklären:
  1. Erwärmung
    Ein Sensor oder Heizelement wird elektrisch erwärmt.
  2. Wärmeabfuhr
    Das strömende Medium nimmt Wärme vom Sensor auf und transportiert sie ab.
  3. Auswertung
    Die Abkühlung, die Temperaturdifferenz oder die erforderliche Heizleistung wird gemessen und daraus der Durchfluss bzw. der Massendurchfluss bestimmt.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Keine beweglichen Teile - dadurch nahezu verschleißfrei
  • Geringer Druckverlust
  • Wartungsarmer Betrieb
  • Schnelle Ansprechzeit
  • Messung und Überwachung von Flüssigkeiten und Gasen

Nachteile

  • Abhängigkeit von den thermischen Eigenschaften des Mediums
  • Empfindlichkeit gegenüber Verschmutzung und Ablagerungen am Sensor
  • Einfluss von Medientemperatur und thermischen Eigenschaften auf die Messung
  • Anpassung oder Kalibrierung bei wechselnden Medien erforderlich
  • Einfluss ungünstiger Strömungsbedingungen auf die Messgenauigkeit
  • Elektrischer Energiebedarf für die Sensorbeheizung

Einsatzgebiete

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Prozessüberwachung bei Kühlkreisläufen
  • Wasser- und Abwassertechnik
  • Überwachung und Verbrauchserfassung von Gas- und Druckluftsystemen

Historische Entwicklung der thermischen Durchflussmessung

Die Geschichte der thermischen Durchflussmessung ist eng mit der Erforschung der Wärmeübertragung zwischen einem beheizten Körper und einem strömenden Fluid verbunden.

Eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der thermischen Strömungsmessung wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch Untersuchungen zur Wärmeübertragung an dünnen, elektrisch beheizten Drähten geschaffen. Besonders bedeutend waren dabei die Arbeiten des kanadischen Physikers und Professors Louis Vessot King (L. V. King) von der McGill University in Montreal.

Louis V. King veröffentlichte im Jahr 1914 eine grundlegende wissenschaftliche Arbeit über die Wärmeübertragung von kleinen Zylindern und dünnen Platindrähten an strömende Fluide. Veröffentlichung Professor Luis V. King
Die von King beschriebenen Zusammenhänge wurden später als King's Law bzw. King'sches Gesetz bekannt. In vereinfachter Form beschreibt die Beziehung den Zusammenhang zwischen der Wärmeabgabe eines beheizten Sensors und der Strömungsgeschwindigkeit. Sie wurde zu einer wichtigen Grundlage für die Entwicklung und Kalibrierung von Hitzdrahtanemometern.

Von der Hitzdrahtanemometrie zur thermischen Durchflussmessung

Die Hitzdrahtanemometrie wurde zunächst vor allem zur Messung von Strömungsgeschwindigkeiten eingesetzt. Ein elektrisch beheizter Draht oder Sensor wird dabei von einem strömenden Gas umgeben. Die Strömung führt Wärme vom Sensor ab. Aus der Änderung der Sensortemperatur oder der erforderlichen Heizleistung wird die Strömungsgeschwindigkeit bestimmt.

Mit der Weiterentwicklung der Sensor- und Elektroniktechnik wurde dieses Prinzip zunehmend für die industrielle Durchflussmessung genutzt. Es wurden zunehmend robustere Sensoren entwickelt, die sich auch für industrielle Anwendungen eigneten. Moderne Sensoren bestehen beispielsweise aus dünnen metallischen Schichten oder speziell entwickelten Heizelementen und Temperatursensoren.

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Hinweis zur Autorenschaft
Alle auf durchfluss.info veröffentlichten Fachartikel mit Namensnennung wurden von Harald Peters persönlich erstellt oder fachlich geprüft.
Autor dieses Artikels:
Harald Peters – Fachautor für Durchflussmesstechnik.
Letzte Aktualisierung der Seite: 2026